
Verband der saarländischen
Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V.
Demographischer Wandel
Auswirkungen auf die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Der demographische Wandel, einhergehend mit einem Rückgang und damit zusammenhängend der Überalterung der Bevölkerung, hat Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Neben einer Anpassung von Infrastrukturen, die oftmals auf eine höhere Zahl an Nutzern ausgelegt sind, wird auch das gesellschaftliche Leben vor neue Herausforderungen gestellt, beispielsweise in Bezug auf die Versorgung älterer Menschen.
Das Saarland ist von den Entwicklungen besonders stark betroffen. Bereits seit 1996 ist die Einwohnerzahl des Bundeslandes rückläufig. Am 31.12.2006 lebten 1,043 Millionen Menschen im Saarland, für das Jahr 2020 geht das Statistische Bundesamt von einem Rückgang auf 976.500 Menschen aus. Auch die Altersstruktur der Bevölkerung wird sich stark verändern: Betrug der Altersstrukturkoeffizient (Relation der 65-Jährigen und Älteren zur Bevölkerung zwischen 20 bis 65 Jahren) 2006 noch 35,2, so wird für das Jahr 2020 eine Zunahme auf 41,0 prognostiziert. Rechnerisch entfällt somit auf zwei Personen im erwerbsfähigen Alter eine Person im Rentenalter.
Die saarländische Landesregierung beschäftigt sich bereits seit längerem mit dem demographischen Wandel und seinen Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Ergebnis der Auseinandersetzung ist unter anderem der Demographiebericht der Landesregierung, der unter dem Titel „Den demographischen Wandel gestalten“ eine Analyse und erste Handlungsansätze zum Umgang mit den zu erwartenden Veränderungen enthält.
Für die Wohnungswirtschaft wird durch die Abnahme der Bevölkerung und die Veränderung der Bevölkerungsstruktur die Anpassung an diese veränderten Rahmenbedingungen notwendig. Die rückläufige Bevölkerung hat mittelbar einen Überschuss an Wohnraum zur Folge. Die Entspannung auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt schlägt sich auch auf die Miet- und Kaufpreise nieder. Gute Gründe, um das Thema jetzt aufzugreifen und die Weichen für die Zukunft zu stellen, wie durch den VdW saar beim 3. Fachkongress "Zukunft Saarland" am 17. November 2008 in Saarbrücken geschehen.
Wohnungsbestände müssen „demographiefest“ gemacht werden, das bedeutet zum Beispiel, dass eine barrierearme und somit altengerechte Gestaltung notwendig wird . Auch die Umgebung der Standorte muss unter die Lupe genommen werden: Stehen die notwendigen Infrastruktureinrichtungen für die Bewohner zur Verfügung? Ist das Wohnumfeld sicher und barrierearm? Eine Modernisierung der Wohnungsbestände ist also seitens der Wohnungsunternehmen geboten – dafür bieten z. B. energetische Modernisierungsmaßnahmen die Gelegenheit.
Mehr Informationen in der Dokumentation der Veranstaltung „Zukunft Saarland 2008 – Wohntrends 2020“.
