Bevölkerungsentwicklung im Saarland (März 2010)

„Wir werden weniger …“ 

 

Prognosen werden oft von der Wirklichkeit eingeholt oder überholt. So jetzt im Saarland. Noch im Jahr 2007 wurde vom Statistischen Landesamt prognostiziert, dass die Einwohnerzahl frühestens im Jahr 2015 unter die Millionengrenze fällt. Anfang dieses Jahres stellt das gleiche Amt fest: Das wird bereits zwei Jahre früher, also 2013, der Fall sein.
Das Statistische Landesamt teilte im Januar 2010 nüchtern mit: Die Bevölkerungszahl im Saarland ist im 1. Halbjahr 2009 stark zurückgegangen. Am 30. Juni 2009 lebten rund 1.025.500 Einwohner im Saarland. Das waren fast 4.800 Menschen oder nahezu 0,5 Prozent weniger als zum Jahresbeginn. Im Jahr 2008 nahm die Bevölkerung insgesamt um 6.300 Personen oder 0,6 Prozent ab. Damit habe sich der Bevölkerungsrückgang in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres beschleunigt, so das Statistisches Landesamt „Deshalb sei bereits zwei Jahre früher als 2015 damit zu rechnen, dass das Saarland nicht mehr in der Millionen-Liga spiele.“ Als Gründe für die deutliche Bevölkerungsabnahme werden höhere Wanderungsverluste sowie ein Anstieg des Geburtendefizits genannt. Im ersten Halbjahr 2009 sind 1.400 Menschen mehr in andere Bundesländer oder das Ausland abgewandert als neue zugezogen. Auch bei Geburten und Sterbefällen gehe die Schere stärker auseinander. Durch das höhere Alter der Menschen würden die Sterbefälle zunehmen, so die Landesbehörde. Vom Bevölkerungsrückgang sind alle fünf saarländischen Landkreise und der Regionalverband betroffen. Es gibt allerdings leichte Unterschiede: Die Verluste reichen von einem Minus von 0,1 Prozent im Kreis Merzig-Wadern bis zu 0,6 Prozent im Landkreis Neunkirchen.  

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